Deutscher Kinostart: 31. März 2011
5 von 10 Punkten
Originaltitel: Sucker Punch
Die junge Babydoll (Emily Browning) wurde gegen ihren Willen in eine Irrenanstalt eingeliefert. Aber sie gibt nicht auf und kämpft um ihre Freiheit: Babydoll drängt vier weitere Insassen – die freimütige Rocket (Jena Malone), die gerissene Blondie (Vanessa Hudgens), die treu ergebene Amber (Jamie Chung) und die zurückhaltende Sweet Pea (Abbie Cornish) –, gemeinsam gegen das schreckliche Schicksal aufzubegehren, das ihre Wächter Blue (Oscar Isaac), Madam Gorski (Carla Gugino) und High Roller (Jon Hamm) für sie vorgesehen haben. Unter Babydolls Führung starten die Girls einen Feldzug gegen Widersacher wie Samurais und Feuerdrachen, wobei sie über ein virtuelles Waffenarsenal verfügen können.
Kritik: „Sucker Punch“ ist – wie zu erwarten war –von der ersten Sekunde an bis zum Abspann extrem durchgestylt. Die Eröffnungssequenz etwa ist ein reinrassiger Musikvideoclip. Anfangs macht dieser Blödsinn mit den mies gelaunten Pussycat Dolls auch Spaß. Doch dann geht es los: An der zweifelsfrei großartigen Bildsprache sieht man sich extrem schnell satt. Die teils beeindruckenden und teils schlicht unübersichtlichen Action-Szenen wirken in ihrer geballten Ansammlung wie ein nicht enden wollender Trailer für die kommende Blockbuster-Saison. Aus den Baller-Tanten werden eindimensionale Wichsvorlagen in manchmal schon arg auf notgeil getrimmten Fetischkostümen.
Es dämmert einem: Ohne eine starke Vorlage in der Hinterhand – siehe „Dawn of the Dead“ oder „Watchmen“ – wird deutlich, dass bei Zack Snyder storytechnisch wenig zu erwarten ist. In der schmalzigen Schlussviertelstunde wird dem Zuschauer der düstere „Spice Girls – der Film“-Reboot dann noch als verdammt raffiniert und doppelbödig verkauft. Was der Film beileibe nicht ist. Das Drehbuch-Team Steve Shibuya und Zack Synder hat eine schlechte Arbeit abgeliefert. Die visuell starke Geschichte besitzt eine banale Videospiellevel-Struktur inklusive Endgegner, die sich mehrfach wiederholt. Snyder hat somit einen mittelmäßigen B-Film abgedreht, ihn mit seinem bekannten Edelguss überschüttet und die Fanboys spritzen freudig ab. Deshalb gilt auch das beliebte Schönreden-Motto nicht: „Geilomat. Hirn abschalten, super Streifen für mich und die Kumpels. Mit schön Bier und Flips.“ Nein, denn die Geschichte dieses eintönigen und humorlosen Action-Kitsches ist äußerst dürftig. „Sucker Punch“ ist am Ende eine bildschöne Wundertüte, die nach dem Öffnen kurz Puff macht.
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Produktionsjahr: 2011
Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Zack Snyder und Steve Shibuya, nach einer Geschichte von Zack Snyder
Text: Arne Hübner, Bild: Warner Bros. Pictures Germany
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