Filmkritik: Monsters

Deutscher Kinostart: 9. Dezember 2010

3,5 von 10 Punkten

Originaltitel: Monsters

Die Welt ist eine andere, seitdem die NASA vor sechs Jahren Spuren außerirdischen Lebens gefunden hat. Bei dem Absturz einer Raumsonde über Zentralamerika werden diese Proben über dem mexikanischen Grenzgebiet verteilt. Kurze Zeit später kommt es zu Konfrontationen mit der fremden Lebensform. Das US-Militär kämpft mit Luftangriffen gegen die Ausbreitung der Riesenkraken und erklärt das Gebiet zum Sperrgebiet. In diesem Chaos bekommt der Fotograf Andrew (Scoot McNairy) von seinem Chef den Auftrag, dessen Tochter Samantha (Whitney Able) aus Mexiko zurück in die USA zu eskortieren – durch das Sperrgebiet.

Kritik: „Monsters“ ist ein von Gareth Edwards verdammt träge inszenierter Film, der zwischen den Genres Science-Fiction-Thriller und Melodram pendelt. Die schlafwandlerische Erzählweise verwundert nicht, denn Edwards hat kaum etwas zu erzählen. Darüber hinaus wird die Schmalspurgeschichte von zwei unsympathischen Figuren getragen. Der Zuschauer fühlt sich anfangs wie ein Kerl, der nichts besseres zu tun hat als die Schauspielerin Whitney Able als Radha-Mitchell-Klon in knappen Hotpants und Scoot McNairy als ewig mürrischen Kerl mit Arschgeweih(!) und Coolness-Krone bei ihrem Backpacking-Trip durch Mittelamerika zu beobachten.

Mit zunehmender Laufzeit entwickelt sich „Monsters“ dann aber zu einer schon irgendwie bemerkenswerten Abart von „Before Sunrise“ + „Before Sunset“ mit Aliens. Dumm dabei ist, dass die Dialoge bisweilen das Niveau einer drittklassigen Teenie-Schnulze erreichen. Und von den merkwürdigen Krakenspinnen from Outer Space ist kaum etwas zu sehen. Ab und an dürfen sie in bester „Lost“-Art im dunklen Dschungel brummen und brüllen. Eigentlich ist das auch gut so. Denn diese schwebenden Riesenkalamaris sehen schon unfreiwillig komisch aus. Der reißerische Filmtitel rechtfertigt sich gegen Ende noch in Form einer anklagenden Parabel, die nach den wahren Monstern in unserer Welt fragt und mit einer Laissez-faire-Lösung winkt. Insgesamt gesehen ist „Monsters“ ein immens überbewerteter Krempel.
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Produktionsjahr: 2010
Regie: Gareth Edwards
Drehbuch: Gareth Edwards

Text: Arne Hübner, Bild: Capelight, Squareone, Central



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