BRAVE ABER AUCH SEHENSWERTE DOKU ÜBER DEN ERFOLGSAUTOREN
7,5 von 10 Punkten
John Irvings literarische Welten sind satirisch überzeichnet und gesellschaftskritisch – und haben ihren eigenen Zauber. Aber wie entstehen diese schillernden, bisweilen bizarren Erzählwelten? Der Dokumentarfilm „John Irving und wie er die Welt sieht“ gibt einen einzigartigen Einblick in seine Schreibwerkstatt und begibt sich auf Spurensuche zu den Orten und Menschen, die Teil seiner Geschichten geworden sind.
Kritik: „John Irving und wie er die Welt sieht“ ist mehr als irreführend. Jedenfalls der Titel. Denn hier geht es nicht um die manchmal arg konservative Weltanschauung des Bestsellerautors, sondern um seine Arbeitsweise. Die Dokumentation erzählt aus sympathischer Fanboy-Sicht wie Irving an seine Romane geht, besucht Schauplätze der Geschichten, spricht mit Personen, die als Vorlage für Figuren dienten. Irving wird in der Dokumentation als grundguter Sympathieträger inszeniert, der im idyllischen Haus am See mit attraktiver Ehefrau, Schmusehund residiert und eben das Traumleben eines Schriftstellers lebt.
Der Kinogänger verfolgt den gut aussehenden Senior als Fitness-Freak, erfährt etwas über die Ängste des Schreiberlings. Da steckt aber im Grund wenig Neues drinnen. Fans des Erfolgsautors, die sich durch die Vielzahl von Interviews gekämpft haben, wissen bereits alles über den ehemaligen Profi-Ringer. Trotzdem ist dieser filmische Einblick in Irvings wonnige Welt sehenswert und kurzweilig. Fans können ihr Idol anschmachten, aufstrebende Autoren erfahren wie es ein Könner macht und Doku-Fans kriegen soliden Nachschub.
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Deutscher Kinostart: 1. März 2012
Originaltitel: John Irving und wie er die Welt sieht
Produktionsjahr: 2011
Regie: André Schäfer
Drehbuch: Hartmut Kaspar, Claudia E. Kraskiewicz
Text: Arne Hübner
Bild und Verleih: W Film
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